Zotac AD02 – winziger, sparsamer, aber flotter ESXi Server „für zu Hause“


Wer braucht schon einen ESXi Server zu Hause? Nerds wie ich!

Abgesehen davon muss das Gerät nicht zwingend zu Hause stehen, wir reden auch von kleinen Büros, die keinen Serverschrank mit Klimaanlage haben wollen.

Jedenfalls muss so ein Gerät zwangsläufig klein, leise, günstig, kühl und einfach zu bedienen sein. Mission erfüllt!

Aber Moment, worum geht es überhaupt?

ESXi, bzw. der VMware vSphere Hypervisor 5, ist eine Bare Metal Virtualisierung. Das bedeutet, dass ich nicht ein Betriebssystem wie OS X oder Windows oder Linux auf meinem Server habe, das Aufgaben erfüllt und dann darin noch eine Virtualisierungssoftware laufen lasse. Es bedeutet, dass die Virtualisierungssoftware direkt das Betriebssystem ist und Virtualisierung die einzige Funktion dieser Maschine sein wird. Daher „Bare Metal“, direkt und ohne Zwischenstufe auf dem Metall des Servers.

Ist die einzige Aufgabe eines Servers, virtualisierte Dienste bereit zu stellen, macht es sehr viel Sinn, ein Bare Metal Produkt einzusetzen. ESXi ist toll, da es die ganzen Vorteile der kommerziellen Produkte von VMWare bietet (das würde jetzt zu weit führen, aber: Ich bin VMWare Fan), aber kostenlos ist. Die Idee dahinter: Früher oder später möchte man Features nutzen, die dann kostenpflichtig sind (und sie sind sehr kostenpflichtig). Für unser Projekt wird aber das kostenlose ESXi reichen.

Angefangen hat es mit diesem Video, das ich auf Youtube gesehen habe.

Am nächsten Tag habe ich mir die notwendige Hard- und Software besorgt.

Hardware:

  • Zotac AD02 (nicht die Plus-Version, ich habe den Barebone ohne HD und RAM genommen) für ca. 200€
  • 8 GB RAM (ich habe ein 2x4GB DDR3 1066 S0-DIMM Kit von Corsair für 46,99€ gekauft)
  • 4 GB USB Stick jedweder Art (5€ auf dem Grabbeltisch)
  • Weiterer USB-Stick mit mind. 1GB als Installationsmedium (alternativ CD-Rohling und USB-CD-Laufwerk)
  • Ein Speichermedium: 2,5″ Festplatte, 2,5″ SSD, NFS-Share im Netzwerk, iSCSI Target

Software:

Legen wir los!

Zunächst muss nun der RAM und ggf. das interne Speichermedium in den AD02 installiert werden. Man löst dazu die zwei schwarzen Schrauben an der Seite des Geräts und kann dann den Deckel einfach abschieben.

Danach das Gerät an Netzwerk, Strom, USB-Tastatur und Bildschirm anschließen.

Erstellung des Bootmediums

Da ich keine Lust hatte, eine CD von der ISO-Datei des ESXi Installers zu brennen, entschied ich mich, einen USB-Installer zu erstellen. Dabei folgte ich dieser kurzen Anleitung.

Die Schritte in Kurzform:

  • leeren USB-Stick (FAT32 formatiert) einstecken
  • unetbootin starten
  • als Quelle „Disk Image“ auswählen und die VMVisor Installer ISO auswählen, die bereits geladen wurde
  • als Ziel den USB-Stick auswählen
  • OK klicken und warten, bis das Medium erstellt wurde
Installation von ESXi auf dem Zotac AD02
Nun den 4GB USB Stick, der das Startmedium für ESXi sein wird, ausserdem den zweiten USB-Stick, auf den wir die Installations-ISO installiert haben, an den AD02 anschließen und das Gerät starten.
Wir müssen nun im BIOS das Startmedium auswählen. Dazu, sobald ein Bild auf dem Monitor erscheint, die Entfernen-Taste wiederholt drücken, bis das BIOS erscheint.

 

 

 

 

 

 

 

Hier nun durch die Optionen navigieren, bis man zur Boot Order kommt und den USB-Stick wählen, von dem man installieren will. Als zweite Boot-Platte den 4GB USB Stick wählen, auf den installiert werden soll, Save & Exit. Der AD02 startet neu und sollte nun mit dem ESXi Installer fortfahren.

Die Installation ist relativ einfach, hier aber ein Youtube-Video, das die ganze Sache Schritt für Schritt erklärt. Das jetzt zu wiederholen wäre redundant. Wichtig ist nur: Man sollte sich das Kennwort unbedingt merken, das man als Root-Kennwort angegeben hat 😉

Die Installation hing bei mir mindestens 10 Minuten bei 37%, also Geduld! Es hat ca. 20min gedauert, bis alles drauf war und der AD02 mir sagte, ich könne nun neu starten. Den Installations-USB-Stick abziehen und neu starten, ein taufrisches ESXi sollte sofort booten!

Beim ersten Start zieht sich der ESXi eine IP-Adresse per DHCP, die auf dem Bildschirm zu sehen ist. Mit dieser kann man sich nun direkt mit dem vSphere Client verbinden. Der Benutzer ist „root“, das Kennwort ist das bei der Installation vergebene Root-Kennwort.

Konfiguration des ESXi mit dem vSphere Client

Den o.g. vSphere Client unter Windows installieren und starten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Verbindung einfach ignorieren, dass das SSL-Zertifikat des ESXi nicht vertrauenswürdig ist.

Ab hier ist es eine ganz normale ESXi Installation und man kann nun Speicher hinzufügen, in dem man links den ESXi Server auswählt, auf „Konfiguration“ und dann „Speicher“ geht.

 

 

 

 

 

 

Ich habe hier ein vorher angelegtes NFS-Share meines freenas Servers eingegeben, auf dem ich meine VMs speichere.

Möchte man eine physikalische Maschine oder eine VM, die man z.B. vorher in VMWare Fusion auf dem Mac hatte importieren, so geht dies am Einfachsten mit dem VMWare Standalone Converter. Der ist zwar etwas langsam, aber er funktioniert super.

Zur Bedienung des VMWare Converters gibt es zahlreiche Tutorials im Netz.

Performance:

Obwohl der AD02 ein sehr kleines, leises Gerät ist, hat die CPU relativ viel Power. Ich habe vier Linux-VM laufen, die alle mehr oder weniger LAMP-Installationen sind, diese funktionieren flott. Die CPU schneidet im Vergleich zu anderen CPUs auch gar nicht schlecht ab, wie diese Tabelle zeigt.

Zusätzliche Infos: